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Wohnpflegehaus Oosterdel

Broek op Langedijk, NL

Im historischen Dorfkern von Broek op Langedijk liegt das Pflegeheim Oosterdel, bestehend aus dem Pflegeheim Oosterheem und dem Arbeitsgebäude d'Oostkant. Das Projekt befindet sich im Gebiet von Oosterdel, auch bekannt als das Königreich der 1000 Inseln. Durch ihre freie und sorgfältige Gestaltung und Ausrichtung sind die beiden Gebäude eng mit ihrem wässrigen Umfeld verbunden.

Lokale Pflege und Lebensmittelproduktion

Oosterheem beherbergt zwei Wohngruppen mit je sechs Pflegebedürftigen. Jeder Bewohner hat sein eigenes Wohn-/Schlafzimmer und seine eigenen Sanitäranlagen mit individueller Gestaltung und Farbe. Die Wohngruppen verfügen über eigene Wohnräume und Gemeinschaftsküchen. Die Bewohner bauen auf den Inseln im Gebiet von Oosterdel Gemüse und Kräuter an. Diese Inseln können mit kleinen Booten vom Kai in d'Oostkant aus erreicht werden. Eine Holzbrücke bildet die physische Verbindung zwischen dem Arbeitsgebäude und dem Pflegeheim. Im Arbeitsgebäude werden die landwirtschaftlichen Produkte verarbeitet und in verschiedenen Werkstätten und Kühlräumen gelagert. Das Gebäude enthält außerdem zwei Sitzungsräume, Büros, eine Kantine, eine Küche und sanitäre Anlagen. Die Anwohner sind in dem Gebäude willkommen und sehen es als eine Bereicherung ihrer Umgebung.

Historischer Kontext

Neben dem sozialen Mehrwert des Projekts führt die Gestaltung der Gebäude zu einer sorgfältigen Integration, die die bestehenden Qualitäten des historischen Kontextes bewahrt und stärkt. Das neue Gebäude fügt sich maßstäblich in die umliegenden Gebäude ein und hat gleichzeitig ein zeitgemäßes, der Pflegeeinrichtung angemessenes Erscheinungsbild. Die vier Dachreihen des Pflegeheims stehen im rechten Winkel zu der touristischen Wasserverbindung zwischen der Broeker Veiling und dem Oosterdel-Gebiet und verstärken so die Beziehung zu den gegenüberliegenden Gebäuden. In die Gestaltung des Werksgebäudes wurde die alte Backsteinklempnerei von 1948 einbezogen. Die vertikale Holzfassadenverkleidung ist unterschiedlich breit und nimmt damit abstrakt Bezug auf die charakteristische Inselstruktur des Oosterdelgebiets.

Natürlich und umweltfreundlich

Die erhaltene Fichtenfassade dominiert das Erscheinungsbild des Gebäudes. Fensterrahmen, Sockelleisten und Decken sind ebenfalls aus FSC-zertifiziertem Holz gefertigt. Die Betonböden sind mit 20 % Betongranulat beschichtet und das Gebäude ist mit Flachsschurwolle isoliert.  Die Dächer sind mit keramischen Ziegeln und Sedumbewuchs auf einer Ballastschicht aus Ekovlas bedeckt. Der Energieverbrauch wird durch die Verwendung von HR++-Glas und hohe Dämmwerte minimiert. Außerdem wurde eine natürliche Belüftung in Kombination mit einer mechanischen Absaugung in den Sanitärbereichen gewählt. Die Heizung erfolgt über eine Fußbodenheizung und LTS-Heizkörper. Auf dem Dach befinden sich Solarkollektoren für Warmwasser, und es wurden wassersparende Sanitärarmaturen verwendet.

Ehrenvolle Erwähnung

Im Juni 2010 wurde dieses Projekt bei der Verleihung des Hedy d'Ancona-Preises mit einer lobenden Erwähnung bedacht. Der Hedy d'Ancona-Preis für hervorragende Pflegearchitektur wird alle zwei Jahre verliehen. Der Preis richtet sich speziell an Bauten im Pflegebereich, bei denen Städtebau, Garten- und Landschaftsarchitektur, Architektur und/oder Innenarchitektur das Pflegekonzept unterstützen.

Status: Realisiert, 2009
Ort: Broek op Langedijk, NL
Auftraggeber: Raphaëlstichting/ Bouwcompagnie/ Stichting Veldzorg Oosterdel
Bruttogeschossfläche: 800+740 m²
Anmerkung: Auszeichnung Hedy d'Ancona-Preis (2010)
Fotografie: Luuk Kramer

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